Baufinanzierung in Polen

Ein Häuschen im Grünen als Altersruhesitz oder ein Zweitwohnsitz am Meer als Ferienimmobilie – bislang fassten die Deutschen mehrheitlich südliche Länder wie Italien, Spanien oder Frankreich für einen Immobilienkauf ins Auge. Doch hohe Grundstücks- und Eigenheimpreise im Mittelmeerraum schrecken mittlerweile viele potenzielle Käufer ab.

 

Davon profitiert das deutsche Nachbarland Polen, wo Immobilien an der Ostsee und im Umfeld aufstrebender Metropolen wie Warschau, Krakau oder Breslau gefragt sind.

Immobilien Polen

Unabhängig davon, ob es sich um eine Ferienimmobilie oder ein Eigenheim als Altersruhesitz handelt, in der Regel muss das Bauvorhaben finanziert werden. Die wenigsten Probleme haben Deutsche, die in der Heimat ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzen. Die Immobilie wird einfach mit einer Hypothek belastet und mit dem Geld werden die Immobilien in Polen bar bezahlt.

Der Vorteil für die Käufer: Sie müssen sich nicht mit den Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten auseinandersetzen, die Sie Sie für einen Kredit für Immobilien im Ausland brauchen. Nicht zu unterschätzen ist das Fremdwährungsrisiko. Polen ist zwar Mitglied der EU, doch nicht Mitglied im Euroraum. Landeswährung ist der Zloty und auch Baukredite werden im deutschen Nachbarland in der heimischen Währung ausgegeben.

Immobilien in Polen finanzieren: Risiken

Wer als Deutscher Immobilien in Polen bauen und finanzieren möchte, greift in der Regel auf einen Kredit für Immobilie in Polen zurück. Deutsche Kreditinstitute übernehmen nur äußerst selten die Finanzierung von Immobilien im Ausland und verlangen dann eine exorbitant hohe Eigenkapitalquote von bis zu 60 Prozent. Folgende Risiken müssen Bauherren und Immobilienkäufer berücksichtigen, die mit dem Gedanken spielen, in Polen eine Baufinanzierung in Anspruch zu nehmen:

  • Währungsrisiko durch schwankende Wechselkurse
  • Zinsrisiko
  • Nebenkosten beim Immobilienerwerb
  • Gültige Rechtslage beim Immobilienkauf
  • Kündigungsfristen und Länge der Kreditlaufzeit

Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Deutschland, wo bei einer Baufinanzierung der Zinssatz in der Regel über die gesamte Laufzeitlänge festgeschrieben wird, vergeben ausländische Banken Hypothekendarlehen mehrheitlich mit einem variablen Zinssatz. Das bedeutet in der Praxis: Steigt der Zins am Markt, wird die Steigerung sofort an die Darlehensnehmer weitergereicht. Auch hinsichtlich des Kündigungsrechtes ist auf das Kleingedruckte und bestimmte Vertragsklauseln zu achten. Hier ist es elementar wichtig, einen Vertrauten zurate zu ziehen, der die polnische Sprache exzellent beherrscht oder Polnisch als Muttersprache spricht.

Keine überhasteten Käufe

Wer als deutscher Staatsbürger in Polen eine Immobilie erwerben will, darf sich nicht zu einem Spontankauf hinreißen lassen. Echte Schnäppchen sind auch im deutschen Nachbarland rar und eine sorgfältige Prüfung aller Einzelheiten ist oberste Pflicht eines Immobilienkäufers. Dazu gehört die Einsichtnahme in das Grundbuch, um auszuschließen, dass auf der Immobilie Restschulden lasten. Wichtig zu wissen: Wer in Polen eine mit einer Hypothek belasteten Immobilie erwirbt, übernimmt auch die Schulden. Darüber hinaus sollte exakt geprüft werden, ob Aus- oder Anbauten rechtlich möglich und ob Nutzungseinschränkungen vorhanden sind.

Auch die Finanzierungsnebenkosten müssen Sie im Auge behalten. In Polen fallen neben den Notarkosten noch die sogenannte Stempelsteuer (Gerichtsgebühren) und eine eventuelle Maklergebühr an. Um Betrugsversuchen wie einem Doppelverkauf der Immobilie entgegenzutreten, sollten Sie darauf bestehen, dass vor der Bezahlung ein Eintrag in das Grundbuch oder in das entsprechende Register erfolgt. Stellen sich zu einem späteren Zeitpunkt Gebäudemängel heraus, stehen dem Käufer – wie in der ganzen EU – Gewährleistungsrechte zu. Werden die Mängel nicht unverzüglich beseitigt, kann eine Minderung des Kaufpreises geltend gemacht werden oder ein Rücktritt vom Kaufvertrag erfolgen.